Nach Amtsantritt von Erde-Repräsentant Trump: Zurückhaltung bei Weltenoberhäuptern
Am Montag erfolgte der Amtsantritt des neuen Erde-Repräsentanten im Weltenbund, der zugleich Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist. Die Besonderheit dieses Mal: Die anderen Weltenoberhäupter kennen ihn bereits, den der neue alte Erde-Repräsentant ist Donald J. Trump, der den Planeten bereits in den Jahren 1817 bis 1821 im Weltenbund vertrat. Seine damalige Amtszeit war insbesondere von mangelnder Kooperationsbereitschaft, Desinteresse an interuniversellen Angelegenheiten und wankelmütigen Entscheidungen geprägt, sodass seine nun erfolgende Rückkehr in den Weltenbund sehr zurückhaltende Reaktionen hervorrief.
Trump, der in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington am Montag vereidigt wurde, legte in seiner unmittelbar anschließenden Antrittsrede ziemlich deutlich die Richtung dar, in welche er politisch gehen möchte. Während er sich zu interuniversellen Angelegenheiten nicht äußerte, außer dass er eine bemannte Marsmission von der Erde aus starten möchte, kann auch aus den übrigen Äußerungen des neuen Erde-Repräsentanten ungefähr abgeleitet werden, worauf sich die anderen Weltenoberhäupter in den kommenden vier Jahren einstellen müssen. Dabei stach vor allem das Verständnis von Wirtschaft und Handel Trumps heraus, der in diesem Bereich wohl an seine Politik von Zöllen und Handelsbeschränkungen aus seiner ersten Amtszeit anknüpfen möchte. Schon damals verhängte er harte Beschränkungen gegen Waren aller Art aus anderen Welten, um die Produktionsstätten der Erde zu schützen, wobei es ihm schon damals wohl vor allem um die Arbeits- und Produktionsstätten des eigenen Landes und weniger des eigenen Planeten ging. Neben den wirtschafts- und handelspolitischen Plänen verkündete Trump zudem eine Reihe von gesellschaftspolitischen Maßnahmen, die auf die interuniversellen Beziehungen wohl wenig Einfluss haben werden, die Gesellschaft im derzeit mächtigsten Staat der Erde aber wohl weiter auseinanderdriften lassen wird.
Am relevantesten wurde es für die Gesandten der unterschiedlichen Weltregierungen, die auch bei der Vereidigung zugegen waren, dann bei der Skizzierung der Außenpolitik des neuen Erde-Repräsentanten. Während Trump in seiner Rede auf eine Reihe inner-irdischer Konflikte und Ideen einging, offenbarte er ein in großem Maße imperialistisches Verständnis seines eigenen Landes. Dabei bezog er sich in seiner Rede beispielsweise auf einen seiner Vorgänger, der über hundert Jahre vor ihm das Amt als US-Präsident inne hatte, damals allerdings nicht Erde-Repräsentant war, da das Amt zu dieser Zeit noch dem britischen Premierminister zustand. Besagter Vorgänger war der ehemalige Präsident William McKinley, der als Initiator einer eher imperialistisch geprägten Außenpolitik des Vereinigten Staaten von Amerika war und diese auch in einige militärische Auseinandersetzungen führte. Irritation und Besorgnis löste dementsprechend nicht nur die Referenz auf McKinley aus, sondern auch die fast beiläufige Aussage Trumps, dass sein eigenes Land sein Territorium erweitern werden würde. Sollte dies, auf welche Weise auch immer, in die Tat umgesetzt werden, droht ein tiefer innerer Konflikt auf der Erde, einem Planeten, der mittlerweile ohnehin in Bezug auf Kriege und Auseinandersetzungen das Sorgenkind des Weltenbundes geworden ist. Kuriose Randnotiz war zudem, dass sich der von Trump genannte McKinley noch am Abend aus der Verstorbenenwelt meldete, und sich nicht selbst höchst irritiert zeigte, dass über 120 Jahre nach Ende seiner Präsidentschaft scheinbar keine Weiterentwicklung der Außenpolitik in den Vereinigten Staaten stattgefunden habe.
Die anwesenden Vertreter anderer Weltregierungen äußerten sich am Rande der Vereidigungsfeier nach der Rede des neuen Erde-Repräsentanten insgesamt zurückhaltend bis besorgt. Außendromorniss Henriksen äußerte etwa die Besorgnis, dass die Erde sich aufgrund sich verschärfender innerer Konflikte noch weiter aus dem Geschehen im Weltenbund zurückziehen werde, und das, obwohl sie bereits diejenige Welt sei, die die wenigsten Handelsbeziehungen und Interaktionen mit anderen Welten habe. Ähnlich äußerten sich auch Vertreter wie die Außenminister der Geisterwelt, Robert de Fantôme, und der Roboterwelt, Georg Glühdraht.
Die anderen Weltenoberhäupter, mit denen Trump spätestens beim Weltenbundgipfel im Sommer in der Baumhauswelt aufeinandertreffen wird, schlossen sich den Einschätzungen ihrer Diplomaten an. Weltkaiser Apfulkrax äußerte sich, nachdem er Trump bereits im November nach dessen gewonnener Wahl schriftlich gratuliert hatte, am Nachmittag vor Reportern im Park des Palaces Monda. Nach einer erneuten kurzen Gratulation rief er Trump dazu auf, die Fehler seiner ersten Amtszeit nicht zu wiederholen und den Bedeutungsverlust, den die Erde in den letzten zehn Jahren im Weltenbund erlitten habe, aufzuhalten. Dabei äußerte er insbesondere Besorgnis angesichts der zunehmenden Gewalt auf der Erde und sprach davon, dass der Planet Gefahr laufe, sich aufgrund innerer Streitigkeiten interuniversell zu den meisten Anliegen überhaupt nicht mehr positionieren zu können, da keine eigene Position erarbeitet werden könne. Baumhaus-Präsident Exaquantus sprach in seinem Statement davon, dass man nun zwar wieder klare Ansagen vom Erde-Repräsentanten erwarten könne, doch dass man Zweifel daran haben könne, ob diese einerseits dem breiten Spektrum an unterschiedlichen Auffassungen auf der Erde gerecht werden und andererseits der interuniversellen Gemeinschaft zuträglich seien. Er fügte an, dass Trump zwar wesentlich wacher wirke als sein nun abtretender Vorgänger Biden, er aber trotzdem erst einmal die ersten politischen Entscheidungen abwarten wolle. Hintergrund war hierbei sicherlich auch ein Vorfall beim letzten Weltenbundgipfel im Herbst in der Verstorbenenwelt, als der damalige Erde-Repräsentant Biden Exaquantus als „Präsident Exitus“ adressierte, bei Konferenzen dem Einschlafen nahe war und den Präsidenten der Verstorbenen Welt Franklin D. Roosevelt mit „Theodore“ ansprach. Verstorbenenpräsident Roosevelt schließlich war es auch, der in seiner Reaktion am deutlichsten wurde, indem er sich über die allgemeine Qualität der Erde-Repräsentanten kritisch äußerte und nahelegte, dass die interuniverselle Gemeinschaft sich überlegen müsse, wie der Repräsentant der Erde langfristig ermittelt werden solle. Hintergrund ist, dass die seit 1745 den Erde-Repräsentanten stellenden Vereinigten Staaten von Amerika nicht nur zunehmend an Einfluss verlieren, sondern die Politik des jeweiligen Vertreters auch immer weniger den Ansichten und Interessen der Erde entspricht. Die Erde ist der einzige Planet im Weltenbund, auf welchem das Staatsoberhaupt des mächtigsten Landes gleichzeitig Repräsentant im Weltenbund ist, während in allen anderen Welten eigene Wahlen für den Posten eines Weltkaisers oder Weltpräsidenten stattfinden.
Insgesamt fielen die Reaktionen auf den neuen alten Erde-Repräsentanten im Weltenbund somit sehr zurückhaltend, abwartend und teils kritisch aus. Die kommenden vier Jahre werden zeigen, ob eine ähnliche Verhaltensweise seitens der Erde an den Tag gelegt wird wie während Trumps erster Amtszeit. Sollte dies der Fall sein oder sogar noch verstärkt werden, könnte dies tiefgreifende Konsequenzen haben, sowohl für die interuniverselle Bedeutung der Erde an sich, als auch auf die Frage, wer die Erde langfristig beim Weltenbund repräsentiert.