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Die Lage der meadowhousischen Großkonzerne – an der Schwelle zur Weltmacht

Meadowhouse als wirtschaftliches Schwellenland zu bezeichnen, wäre vor einigen Jahren wohl noch eine wohlwollende Perspektive gewesen, inzwischen aber eine geradezu respektlose Unverschämtheit. Der TROPO stellt trotz leichter Verluste zuletzt einen der stärksten Aktienindizes der Welt dar und das meadowhousische Bruttoinlandsprodukt lag im Jahr 1824 mit 39 Billionen Schillingen auf einem Rekordhoch. Meadowhouse ist damit nach Paradies, Atlantis, Mittelland und Klondyk die fünftgrößte Volkswirtschaft der Lieben Welt. Das wirkt sich auch auf die Performance der meadowhousischen Großkonzerne aus, die inzwischen weltweiten Ruf genießen.

Als Paradebeispiel eines meadowhousischen Industriekonzerns fällt einem auf Anhieb die MaronGroup ein. Von Dobby gegründet und nach wie vor geleitet, legte der Wiesenhausener Ernte- und Lebensmittelverarbeitungsbetrieb einen kolossalen Aufstieg hin. In den Jahren 1812 und 1813 wuchs man von 300 Angestellten auf über 6000 und übernahm Konkurrenten fast an jeder Straßenecke. Bekannte Beispiele von großen Übernahmen waren etwa KAST.Teilmann oder die GranatGroup. Hinzu kamen Kooperationen oder Anteilsübernahmen bei Wießmann Lebensmittel, Weißkorn.tanne, DD oder Möller Goldbohnen. Die MaronGroup ist aus der meadowhousischen Nahrungsindustrie kaum noch wegzudenken und expandiert mittlerweile auch auf anderen Märkten. Stand Dezember 1824 beschäftigte das Unternehmen 70 000 Mitarbeiter in ganz Titanien. Die Marktkapitalisierung beträgt einstweilen rund 250 Milliarden Tropale. Dabei ist die MaronGroup nur ein großes Aushängeschild der meadowhousischen Wirtschaft. Einige in der Öffentlichkeit weniger bekannte Unternehmen erreichen ähnliche oder noch bessere Zahlen.

In der verarbeitenden Industrie ist neben der MaronGroup zunächst noch AWM als bekanntes Aushängeschild der meadowhousischen Wirtschaft zu nennen. Der Autobauer konnte seine Absatzmärkte vor allem in Sprudelinien deutlich ausweiten, auch in Robasien hat der Konzern inzwischen eigene Fabriken. Die Unternehmen, die sonst noch weltweites Ansehen genießen, sind der breiten Öffentlichkeit dagegen eher weniger bekannt. So etwa MWW oder GRK Motoren. Beide stellen Motoren her, jedoch in ganz unterschiedlichen Sparten. Während MWW ein wichtiger Zulieferer für die weltweite Autoindustrie – vor allem die thovezsche – ist, ist GRK vor allem für Windräder, Schiffe, Flugzeuge oder Zentrifugen ein elementar wichtiger Hersteller. Inzwischen zählen weltweit fast 1500 Firmen zu den Stammkunden von GRK. Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen eine Rekorddividende von 18 Tropalen pro Aktie ausschütten. Für das Geschäftsjahr 1824 werden ähnliche Zahlen erwartet, weshalb eine GRK-Aktie mittlerweile eine der beliebtesten Anleihen am TROPO ist. MWW machte im letzten Jahr auf sich aufmerksam, weil es den Zuschlag für eine Ausschreibung mit einem Gesamtvolumen von 120 Millionen Schillingen für den Bau neuer DOP-Züge erhielt. Auch hier wird für das abgelaufene Jahr eine Rekorddividende erwartet, allerdings will der Konzern zugleich weiter expandieren, was eine teilweise Gewinnrückstellung erwarten lässt, die sich negativ auf die ausgeschüttete Dividendensumme auswirkt.

Besonders im Dienstleistungssektor finden sich einige meadowhousische Champions. Zum ersten Mal zog 1823 eine meadowhousische Bank in die weltweite Top 10 der Großbanken ein. Damals schaffte die VMS Bank dieses Kunststück, diese hatte im Zuge des Skandals um die Investmentbank Meadowhouse enorm von deren Zerschlagung profitiert. Letztes Jahr schaffte es eine weitere Bank in die Top 10 und überholte dabei gleich auch die VMS. Mendel & Stern ST gilt bereits seit Längerem als meadowhousisches Finanzhaus mit dem größten Potenzial. Inzwischen existieren über 5000 Zweigstellen in 89 Ländern. Finanzdromorniss Goldkamp nahm vergangenes Jahr beide Banken in die Liste der systemrelevanten Finanzinstitute der Lieben Welt auf, weshalb sie unter besonderer Überwachung stehen und zusätzliche Sicherheiten, besonders im Bereich Eigenkapital, nachweisen müssen. Mit Allers steht zudem eine dritte meadowhousische Bank an der Schwelle zu den Top 10, aktuell ist die Bank auf Rang 14 der wertvollsten Banken der Lieben Welt. Meadowhouse untermauert damit seinen Anspruch als Finanzstandort immer mehr. Für den Zaubererrat bedeutet dieses Wachstum dagegen erheblichen Mehraufwand bei der Prüfung und Überwachung der meadowhousischen Finanzwelt. Zudem macht es Meadowhouse anfälliger für zukünftige Finanzkrisen, da sich diese deutlich stärker national auswirken könnten, als bisher. Besonders interessant in der Entwicklung ist dagegen, dass bisher kaum Fusionen oder Übernahmen notwendig waren, um derart große Finanzdienstleister und Wertpapierhändler zu kreieren. Wirtschaftsdromorniss Velkà Fatra nannte Meadowhouse deswegen unlängst als „Paradebeispiel eines funktionierenden Finanzmarkts“. Zudem wird der TROPO auch als Börsensitz für ausländische Konzerne immer attraktiver. Pioniere darin blieben bis vor Kurzem oftmals allein in ihrer Listung auf dem meadowhousischen Aktienmarkt, wie etwa DD, K&A oder Bernstein. Caspar Inc., TRC Neumann Inc. oder auch Brieftaube zogen in der jüngeren Vergangenheit allerdings nach und ließen sich neben ihrem Stammindex zusätzlich auch am TROPO listen. Bisher kommen die betreffenden Firmen meist aus dem klassischen Teil der Lieben Welt, mit HeloTec kam neuerdings allerdings auch ein Unternehmen aus Veridor hinzu, jedoch mit besonderem Bezug zu Meadowhouse aufgrund der Eigenschaft des Weltkaisers a.D. Helobos als Gründer. Auch die atlantische Park AG, in ihrem Heimatland Park BGS, hat sich am TROPO etabliert und übt dort in ihrem Segment der Chipherstellung eine gewisse Marktmacht aus. Geplant ist für kommendes Jahr der Bau einer großen Chipfabrik nahe Chaconne, die rund 2500 Arbeitsplätze schaffen soll.

Ein direkt mit der Chipherstellung verbundener Sektor erlebt am TROPO bisher eher einen moderaten Schub. Im Bereich KI finden sich bislang nur wenige operierende Unternehmen am Frankenthaler Index, auch am Zweitindex in Keslenburg-Kampdorf sind derzeit nur wenige KI-Firmen gelistet. Aushängeschild der meadowhousischen Branche ist Umberger Intelligenz, die mit einer Marktkapitalisierung von 84 Milliarden Tropalen den Top-TROPO-Unternehmen jedoch noch nicht wirklich das Wasser reichen können. Trotzdem ist Umberger momentan einer der gefragtesten Entwickler von KI-Programmen und ist auch Teilnehmer der von Fatra initiierten Zusammenarbeit mit der Roboterwelt. Auch Pixel-Frosch ist ein starker meadowhousischer Player auf dem internationalen KI-Markt, allerdings vor allem auf die Nachbarländer und Meadowhouse selbst limitiert. Doch auch hier erwarten Experten in den nächsten Jahren einen gewaltigen Produktivitätsschub. Auch Wirtschaftsminister Lieber Lord Voldemort kündigte an, seinen Fokus verstärkt auf neue Technologien legen zu wollen. Bei einem Treffen zwischen ihm und Velkà Fatra im Januar stellte der Wirtschaftsdromorniss Meadwohouse wohl auch eine Milliardenförderung in Aussicht, sodass man in der KI-Branche bald schon auf saftige Subventionen hofft. Dazu sollen Synergieeffekte genutzt werden, was wohl Kooperationen der am Markt tätigen Unternehmen bedeuten wird. Unlängst erkannte man den Bedarf an Zusammenarbeit und Bündelung der Kräfte im KI-Sektor, da die bisher doch recht zerstückelte Vorgehensweise nicht den gewünschten Erfolg brachte. Diese Zusammenarbeiten sollen wohl auch Bedingung für die Weltpalast-Milliarden sein.

Insgesamt lassen sich sehr positive Entwicklungen der meadowhousischen Unternehmen feststellen. Auf dem Finanzmarkt erlebt Meadowhouse einen starken Bedeutungszuwachs und wird sich mit seinen Playern auch in den nächsten Jahren deutlich in den Vordergrund spielen. Die damit verbundenen Risiken sollten jedoch nicht verkannt werden, je höher die Bedeutung meadowhousischer Finanzinstitute, desto gefährlicher wären Insolvenzen für die gesamte Weltwirtschaft. Sollte es dazu kommen, besteht die Gefahr einer Rettung aus öffentlichen Geldern. Haushalten die betroffenen Banken jedoch ordentlich, würde das weitere große Unternehmen nach Meadowhouse locken und in der Konsequenz einen großen Zuwachs an Arbeitsplätzen bedeuten. Außerdem würde eine gemeinsame Währung für Finanztransaktionen in einer potenziellen Titanien-Union hierzulande leichter umzusetzen sein, da aufgrund der Bedeutung der Banken eine gewisse Verhandlungsmacht für Meadowhouse entstehen könnte. Im verarbeitenden Sektor gibt es auch Anlässe zur Hoffnung. Mit der meadowhousischen Industrie allein war bislang kein Staat zu machen, jedoch scheint sich das aufgrund der Spezialisierung einiger Unternehmen zu ändern. Solange Industrienischen weiterhin derart profitabel bedient werden können, darf hier mit einem großen Wachstum in den kommenden Jahren gerechnet werden. Besonders spannend dürften die Auswirkungen der Steuerreformen nach einer gewissen Karenzzeit sein. Ob diese gelingen oder nicht, wird besonders am Zuzug weltweit operierender Unternehmen abzulesen sein. Durch die Entflechtung der Unternehmenssteuern darf aber mit einer Erhöhung des Zustroms meadowhousischer Firmenniederlassungen gerechnet werden. Nachholbedarf gibt es derweil noch im KI-Bereich, dieses Problem wurde jedoch erkannt und hat gute Aussichten aus der Sorgenkind-Ecke der meadowhousischen Wirtschaft hervorzutreten.