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AC Phoenix auf dem Fußball-Olymp – Verein sichert sich erstmals das große Triple

Schon vor einem Jahr überschlugen sich die einschlägigen Gazetten und Kanäle förmlich, als nach einem spannenden Meisterschaftskampf, einem ebenso spannenden FVM-Pokalfinale und einem an Dramatik kaum zu überbietenden World League-Finale der AC Phoenix 1708 Wiesenhausen zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte das Triple perfekt machte. Schon ein Jahr zuvor hatte man mit dem Gewinn der World League 1822 den scheinbar unüberwindbaren Fluch schließlich doch überwinden können und den ersten internationalen Vereinstitel seit dem vormaligen Gewinn der World League 1793 (noch als Rot-Weiß Wiesenhausen) einheimsen können, doch dann kam das nicht für möglich gehaltene Triple in die Meadowhousische Hauptstadt und die Fußballwelt lag dem AC Phoenix zu Füßen. Doch schon kurz nach dem Triumph sagte einer der Hauptverantwortlichen für den Triumph noch auf dem Rasen des gewonnenen World League-Finals in Salenavo, Marijo Prevucena: „Wir sind hier, um das Vereinsmuseum voll zu machen“, als er danach gefragt wurde, was er von der Tatsache hielte, dass der AC Phoenix nun im Premier Cup der Ligameister antreten werde. Phoenix-Trainer Ingo Igel reagierte damals noch zurückhaltend: „Wir können nicht jedes Jahr das Triple gewinnen, dazu sind auch die Konkurrenten zu gut“, wobei er nach einer kurzen Pause hinzufügte: „Aber wir wollen es.“

Zeitsprung auf ein Jahr später: Der AC Phoenix will nicht nur, sondern er kann auch und liefert. Am Ende einer Saison, die selbst die letztjährige triumphale Saison mit dem „kleinen“ Triple in den Schatten stellt, sichert sich der Verein aus der Meadowhousischen Hauptstadt nun das „große“ Triple aus Meisterschaft, FVM-Pokal und Premier Cup der Ligameister. Doch nicht nur die Tatsache, dass man erneut drei Titel in einer Saison gewinnt, sondern auch die Art und Weise und die gegebenen Umstände, machen diesen Triumph zu dem absoluten Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Zunächst in der Liga: Hatte sich die Konkurrenz vor der Saison noch Hoffnungen gemacht, den AC Phoenix wieder vor größere Probleme stellen zu können angesichts eines personellen Umbruchs, im Zuge dessen Vereinslegenden wie Prevucena, Praja, Rammis, Mimiczik, Hinterwimmer oder Fürchte-Knallus den Verein verließen, wurde diese Hoffnung schon am dem Saisonstart, der zum ersten Mal in der Ägide von Ingo Igel wirklich erfolgreich verlief, enttäuscht und sollte auch bis zum Saisonende nicht wieder geweckt werden. Bereits nach dem 34. Spieltag steht der AC Phoenix Wiesenhausen als Meadow-Meister fest. Zum ersten Mal entscheidet sich damit die Meisterschaft in der FLM seit ihrer Gründung 1810 nicht erst am letzten Spieltag. Möglich wird dies durch eine fast schon unheimlich anmutende Serie von bis dahin 34 Spielen ohne Niederlage und einer Konkurrenz, die nicht ansatzweise Schritt halten kann. Während in der Hinrunde Slevan San Laven noch vor und erst kurz vor der Winterpause hinter dem AC Phoenix liegt, enteilen die Mannen von Ingo Igel in der Rückrunde der kompletten Liga. Die Konkurrenz aus El Grande, Eichenstadt, Düsterwald und San Laven liegt am Saisonende zum Teil 24 Punkte hinter dem Meister. Der AC Phoenix besticht dabei insbesondere in der Mitte der Saison durch eine fast schon stoische Abgeklärtheit, die ihnen in allen Spielen und gegen jede Art von Gegner häufig den Sieg sichert. Dazu kommt eine Defensive, die so stark ist, wie wahrscheinlich noch nie in der Geschichte des Vereins und eine Offensive, in der jeder einzelne Spieler torgefährlich ist und entscheidende Treffer erzielt. Dabei ist es erstaunlich und ein großer Verdienst des Trainerstabs, dass sich Neuzugänge wie Sebastian Stieglitz, Krito Usnje, Callahan McLeighton, Carlos Drugi, William Shaftsbury, Wolfgang van Arem und Bertram Blau problemlos in die Mannschaft einfügen und den Eindruck machen, schon seit Jahren im Verein zu spielen. Am Ende sollten es 37 Spiele von 38 werden, die der Verein nicht verliert. Nur im Saisonfinale beim Angstgegner TSV Wiesen-Zentrum setzt es eine Niederlage, die einzige der gesamten Spielzeit.

Auch im Ligapokal läuft es für den AC Phoenix problemlos: Mit Ausnahme der Achtelfinalpartie gegen den DFC Düsterwald, in welcher der Club ins Elfmeterschießen muss, räumt er ansonsten alle Gegner routiniert aus dem Weg und sichert sich den Finaleinzug gegen den Überraschungsclub der Saison, den WFC Oase, in dessen Stadion man wenige Wochen zuvor durch ein 3:1 die Meisterschaft vorzeitig perfekt gemacht hatte. Das mit Spannung erwartete Endspiel im Skydome hält dann auch, was es verspricht. Zwar geht der AC Phoenix zweimal in Führung, doch der stark aufspielende Saison-11. der FLM, trainiert von Komikmé (1809 Premier Cup-Sieger mit Theoflorencio), schafft es, zweimal auszugleichen. So geht das Spiel in die Verlängerung, in welcher der AC Phoenix erneut in Führung geht, aber umgehend wieder ausgeglichen wird. Die vierte Führung kurz vor dem Ende des Spiels, erzielt durch Außenbahnspieler Kreuzotter, hält schließlich Stand und macht den insgesamt neunten Pokaltriumph des AC Phoenix perfekt. Doch schon kurz nach dem Spiel heißt es für die Mannschaft von Ingo Igel noch einmal, alle Konzentration zu sammeln für das wichtigste Ziel der Saison: Den Gewinn des Premier Cups der Ligameister eine Woche und einen Tag später.

Die Beziehung zwischen dem AC Phoenix und dem Turnier des Premier Cups konnte in der Vergangenheit wohl mit Recht als traumatisch bezeichnet werden. Vor der großen Reform von 1819 im internationalen Vereinsfußball waren die internationalen Spiele des AC Phoenix, insbesondere dann, wenn es wirklich um etwas ging, heftige Rückschläge. In Erinnerung bleiben etwa das „Jahrhundertelfmeterschießen“ zwischen Phoenix und dem SC Schloß Canterville im Premier Cup-Endspiel 1814 oder Niederlagen gegen Eintracht Lansweg, zum Teil nach Hinspielerfolgen, die im Rückspiel durch schlechte Leistungen entwertet wurden. Daher war es wenig verwunderlich, dass Phoenix-Trainer Ingo Igel vor dem diesjährigen Endspiel in Caracas gegen den schneckländischen Meister und Überraschungsfinalisten FC Rennschnecke Schneckzig, vor dem Gegner warnte. Im Kopf hatte er dabei wohl auch die beiden anderen internationalen Endspiele, die am Freitag und Samstag vor dem Finale des Premier Cups der Ligameister am Sonntag ausgetragen worden waren und in welchen sich zweimal die als mehr oder weniger starke Außenseiter einzuschätzenden Teams durchgesetzt hatten: Am Freitag hatte Koenigsligist SC Francesburgh, trainiert von Hemes F. Rems, sensationell die World League gewonnen, den frisch gebackenen WHAT-Meister Olympique Carason im Elfmeterschießen bezwungen und damit den ersten Titel der Vereinsgeschichte gewonnen. Carason muss als Konsequenz weiter auf seinen ersten internationalen Titel warten. Am Samstag ging dann auch der zweite Titel an einen Koenigsligisten, als sich der von Fernando Mino trainierte FCK Medailivogn im Finale des Premier Cups der Pokalsieger gegen den als leichten Favoriten gehandelten 1. SC Sichtburgh durchsetzte. Auch für Sichtburgh geht das Warten auf den ersten internationalen Titel seit 1800 damit weiter. Angesprochen auf die Ergebnisse und seine ausgesprochene Warnung, erwiderte Igel auf der Pressekonferenz: „Ich habe gestern noch mit Hemes gesprochen und ihm gratuliert. Wir kennen uns ja noch aus Spielerzeiten hier beim AC Phoenix. Ich bin fest entschlossen, dass er nicht der einzige Meadowhousische Trainer ist, der an diesem Wochenende einen Titel holt. Das ist jetzt unsere Chance und die werden wir nutzen.“

Und am Ende sollte der Ingo Igel Recht behalten. Der AC Phoenix zeigte am Finalabend in Caracas noch einmal das Gesicht, was ihm in der Liga die vorzeitige Meisterschaft beschert hatte. Es waren nicht einmal 60 Sekunden gespielt, als Offensivmann Drugi bereits das 1:0 erzielte und den Phoenix-Block zum Beben brachte. Nach dem 2:0 durch Cideste nach 28 Minuten hallten schon die ersten Siegesgesänge durch das weite Rund, die jedoch prompt einen Dämpfer erhielten, als Schneckzig durch Gewinnen fast aus dem Nichts den Anschlusstreffer erzielte (32.) und bis zur Pause immer besser wurde. Zwar drang von der Halbzeitansprache von Ingo Igel nichts nach außen, doch schien er die richtigen Worte gefunden zu haben: Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff des Spiels erzielte Salamanca in der 51. Minute das 3:1 und damit die Vorentscheidung. Eine knappe Viertelstunde später machte Cideste dann in der 65. Minute mit dem 4:1 endgültig den Deckel auf das Spiel. Der Rest war Wiesenhausener Glückseligkeit und als Schiedsrichter Martinez das Spiel schließlich beendete, brach sich der Jubel bei den Fans, der Mannschaft und auch beim Trainerstab Bahn. Neben der puren Freude über das Erreichte, war auch ein wenig Erleichterung darüber zu spüren, den Premier Cup-Fluch endlich gebrochen zu haben. Nach der Pokalübergabe an Kapitän Richard Dosmanos feierten die Mannschaft und wohl auch viele Fans bis spät in die Nacht hinein in Caracas. Am nächsten Tag ging dann der Flug zurück nach Wiesenhausen, wo tausende Fans den Weg der Mannschaft zur AC-Arena säumten, um das nun endlich wahr Gewordene zu feiern.

Die Saison 1823/24 des AC Phoenix Wiesenhausen kann mit Fug und Recht als historisch bezeichnet werden. Mit einer Mannschaft, die zu Saisonbeginn runderneuert wurde und die bereits vor einem Jahr alles gewonnen hatte, was er zu gewinnen gab, gelang Trainer Ingo Igel Außergewöhnliches. In 52 von 53 Pflichtspielen blieb man ungeschlagen, führte diese Serie auch international mit zum Teil unfassbaren Auftritten fort, bei denen man unter anderem WHAT-Meister Zypruesso Carason, Middenklasse-Meister Paramaribo und Koenigsmeister Eintracht Lansweg aus dem Turnier warf. Gegen Carason und Paramaribo gewann man gar beide Spiele. Die Zeiten, in denen mit dem AC Phoenix international nicht zu rechnen war, sind mit dem Gewinn des Premier Cups nun endgültig vorbei. In drei internationalen Wettbewerben hintereinander konnte der Club sich nun am Ende den Titel sichern (World League 1822 und 1823, Premier Cup 1824), was der absolute Zenit in der Geschichte des Vereins ist. Fraglich ist allenfalls der Blick in die Zukunft, doch Trainer Ingo Igel machte einige Tage nach den Feierlichkeiten rund um den Triple-Gewinn schon wieder klar: „Wir sind der AC Phoenix 1708 Wiesenhausen. Ja, wir haben eine erfolgreiche Zeit und freuen uns darüber, aber wir wollen auch den nächsten Titel und auch in der nächsten Saison das Optimum erreichen. Wir wissen, was wir können und was wir leisten müssen, um das zu schaffen.“ Angesichts eines Kaders, der diesmal wohl weitestgehend zusammenbleibt und einem scheinbar nicht nachlassenden Drang nach neuem Erfolg, muss sich dies für die Konkurrenz im Hinblick auf die künftige Spielzeit wie eine Drohung anhören. Es sind goldene Zeiten beim AC Phoenix Wiesenhausen, deren wahre Bedeutung sich wohl erst in einigen Jahren vollends erschließt. Für den Moment heißt es für alle, die es mit dem Verein halten: Die gute Zeit genießen und dann wieder angreifen, wenn es um den nächsten Titel geht.