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Matt Goldman auf dem Zenit seines Schaffens

Der Miwaner Matt Goldman hat zum ersten Mal in seiner Karriere die Darts-WM gewonnen. 18 Jahre nach seinem ersten Einzug ins Endspiel des wichtigsten Turniers des Darts-Kalenders steht der 51-jährige gelernte Postmann damit auf dem Zenit seines Schaffens. Im Finale in der berüchtigten Sichtburgher Glasburg besiegte er den Florentiner Magnus Björn Kamper mit 7:5. Für Kamper ist es damit die zweite Finalniederlage in Folge. Goldman übernimmt durch diesen Sieg sogar den ersten Platz der Weltrangliste.

Dass Goldman dieses Spiel überhaupt bestreiten konnte, war vor einigen Jahren noch nicht abzusehen. Sein Debüt hatte er bei der WM 1803 gefeiert, 1805 zog er das erste Mal ins Halbfinale ein. Zwei Jahre später dann schien er endgültig auf dem Weg in die Weltspitze zu sein, als er das Endspiel erreichte, dort allerdings gegen den großen Viktor Washa unterlag. Danach bekam seine Karriere einen Knick und 1816 stand er schon kurz vor dem beruflichen Ende, als er in der Weltrangliste aus den Top 32 fiel. Das Alter tat sein Übriges und doch kämpfte er sich in einem phänomenalen Comeback zurück. Nach einigen kleineren Titel bei Flurturnieren und dem Gewinn der Atlantis Open 1819 startete Goldman den zweiten Angriff auf die Dartselite. Und was soll man sagen? Dieser Versuch wurde vollendet.

Dabei war der diesjährige Titel keine allzu große Überraschung, hatte Goldman im Duett mit Ilpa schon den Weltpokal 1823 gewonnen und im selben Jahr auch das Weltspiel. Die größten Titel, abseits der Darts-Division, hatte er also bereits in der Tasche. Nun holte er sich mit einem Turnieraverage von 101,07 die größte Trophäe des Sports. Der Weg war dabei gepflastert von großen Galavorstellungen wie in der ersten Runde gegen George Finch oder im Viertelfinale gegen Oliver Fahrian, sondern auch nervenstarke Auftritte in engen Spielen wie im Finale oder im besonders beachteten Halbfinale gegen Vladimir Stitov, als Goldman den einstigen Serienweltmeister im Tie-Break bezwang. Das Finale gegen Kamper, der seine Vorjahresniederlage gegen Richard Gonzalez vergessen machen wollte, wogte dann hin und her. Nach einem überaus vielversprechenden Start Goldmans und einer 2:0-Führung kam Kamper plötzlich ins Rollen und holte sich die nächsten vier Sätze ohne echte Gegenwehr von Goldman, der zwischendurch auf 95 im Average absackte. Doch er konnte sich wieder fangen und zog auf 5:4 davon, indem er Kamper in drei Sätzen nur neun Darts auf ein Doppel gewährte. Einmal zuckte der Florentiner noch und glich auf 5:5 aus, danach machte Goldman jedoch den Deckel drauf und siegte 7:5, mit einem Dart auf seiner geliebten Doppel-18 und einem 76er-Finish. Goldman gewann die begehrte Welttrophäe und eine halbe Million Schillinge obendrauf. Kamper stockte sein Bankkonto immerhin um 200.000 Schillinge auf, was ihm in diesem Moment jedoch wohl nicht so viel bedeutete.

Es war ein Finale, was weniger von einem heftigen Schlagabtausch lebte, sondern mehr von einzelnen Phasen in denen jeweils ein Spieler den anderen nach Belieben dominierte. „Es war ein seltsames Spiel“, gab Goldman im Siegerinterview zu. „Zuerst dachte ich, dass ich heute keinen Satz abgeben werde, danach dachte ich, ich würde keinen mehr gewinnen.“ Auch Kamper war verwundert über den Verlauf des Spiels. „Am Anfang habe ich gespielt wie ein Anfänger, danach war ich im Tunnel wie noch nie zuvor in meinem Leben. Und dann habe ich den Flow wieder verloren.“ Kamper spielte trotz der erneuten Finalniederlage ein tolles Turnier mit einem 100er-Turnieraverage und Siegen gegen Vorjahressieger Gonzalez und einen wiedererstarkten Koltora im Halbfinale. Mit dabei waren auch zwei Siege im Sudden-Death, einmal im K(r)ampf der ersten Runde gegen den Meadowhouser Mario Muräne und im Viertelfinale gegen Gonzalez, dem wohl besten Spiel des kompletten Turniers. Für ihn wird es jetzt darauf ankommen, wie er mit dieser erneuten Enttäuschung im Laufe des Jahres umgehen wird. Goldman dagegen hat nun doppelten Grund zur Freude. Nicht nur hat er seine lange Laufbahn im Dartsport mit einem Weltmeistertitel gekrönt, sondern ist er obendrein noch auf Position 1 der Weltrangliste gesprungen. Vladimir Stitov gibt damit den Platz an der Sonne nach fünf ununterbrochenen Jahren ab und rutscht auf Platz 3 ab. Kamper gelang mit der neuerlichen Finalteilnahme immerhin der Sprung auf Weltranglistenposition 7. Beide festigen damit ihre Meriten in den Top 10 der Welt und nehmen auch an der kommenden Darts-Division teil. Neben den beiden sind außerdem noch Richard Gonzalez, Eric Martolod, Stevan Koltora, Richard Paterson, John Culane, Velka Swayk, Mika Volcan und Andres Ersgo. Auch in Wiesenhausen wird wieder ein Spieltag abgehalten, die Terminierung steht allerdings noch aus.

Einige Highlights hatte die Darts-WM nicht nur im Finale zu bieten. Vier Mal wurde die 170 gecheckt, zweimal davon von Richard Gonzalez, darüber hinaus checkten das höchste Finish noch Magnus Björn Kamper und Peter Sworder. Und auch ein Neun-Darter war dabei, der erste seit gefühlten Ewigkeiten in der Glasburg. Der glückliche Werfer war John Culane, dem das Meisterstück zwar eine Rekordprämie von 75.000 Schillingen einbrachte, sein Spiel gegen Stevan Koltora aber dennoch krachend mit 1:5 verloren ging. Culane ist damit erst der sechste Spieler, dem ein Neun-Darter bei einer WM gelang. Vor ihm schafften das noch Erik van Feurveld, Olav Marbourg, Adrian Lovchek, Stevan Koltora und Mika Volcan. Besonders in Erinnerung bleiben wird vor allem das Viertelfinale zwischen Gonzalez und Kamper, mit seinen unglaublichen Averages und der nervenaufreibenden Spannung wohl eines der besten Glasburg-Spiele aller Zeiten. Aber auch das Halbfinale von Goldman gegen Stitov wird man wohl noch lange in Erinnerung behalten. Auch hier war die Spannung fast nicht auszuhalten und der Standard nur wenig schwächer. Die WM wird also definitiv als eine der besseren in die Geschichte eingehen, sowohl vom gespielten Standard, als auch von der Spannung.

 

Das WM-Finale 1825 in Zahlen:

Matt Goldman (5)                7:5                  Magnus Björn Kamper (10)

3:0; 3:1; 1:3; 1:3; 1:3; 1:3; 3:1; 3:0; 3:0; 1:3; 3:0; 3:2

100,47                         Average                                  98,85

56                                100+-Aufnahmen                   49

24                                140+-Aufnahmen                   22

11                                180er-Aufnahmen                  9

127                              Höchstes Finish                    114

3                                  100+-Finishes                       2

41,47%                       Checkout-Quote                     37,82%

 

Bestmarken der Darts-WM 1825:

Höchster Average: 107,84 von Stevan Koltora (Viertelfinale, 5:1-Sieg gegen John Culane)

Höchstes Finish: 170 Punkte von Richard Gonzalez (2. Runde, 4:0-Sieg gegen Christopher de Feuerfrij; Viertelfinale, 4:5-Niederlage gegen Magnus Björn Kamper), von Magnus Björn Kamper (Halbfinale, 6:3-Sieg gegen Stevan Koltora), von Peter Sworder (1. Runde, 3:1-Sieg gegen Mika Volcan)

Beste Checkout-Quote: 66,6 % von Velka Swayk (2. Runde, 4:0-Sieg gegen Kilian Kombark)

Neun-Darter: John Culane (Viertelfinale, 1:5-Niederlage gegen Stevan Koltora)

Meiste 100+-Finishes in einem Match: 7 von Stevan Koltora (Achtelfinale, 4:3-Sieg gegen Ramon Szibiszko)