Meadowhouse ringt Fantasio nieder und steht im Endspiel – Titelverteidigung gegen Meváns möglich
Manche Fußballspiele werden auch Jahre und Jahrzehnte, nachdem sie stattgefunden haben, immer und immer wieder von Fußballkennern herangezogen, um zu beschreiben, was einen Klassiker bei einer Weltmeisterschaft ausmacht. Ein solches Spiel, welches bereits kurz nach dem Abpfiff als ein solcher Klassiker bezeichnet werden konnte, trug sich am Dienstag im „Stone Age Palace“ in Columbo zu. Im Halbfinale der diesjährigen WM trafen die beiden Finalisten des vergangenen Turniers erneut aufeinander. Auf der einen Seite der Titelverteidiger Meadowhouse, der mit einem knappen, aber souveränen Sieg gegen Paradies im Achtelfinale (2:1) und dann einem noch knapperen und erst im Elfmeterschießen entschiedenen Viertelfinale gegen Django (7:6) bis in die Runde der letzten Vier vorgestoßen war, und auf der anderen Seite der zweimalige Vize-Weltmeister Fantasio, der im Achtelfinale knapp gegen Kalavien nach Verlängerung gewonnen hatte (4:2), dann aber Geheimfavorit Klondyk deutlich im Viertelfinale in die Schranken wies (3:0). Beide Teams dominieren den Weltfußball inzwischen für mehr als ein Jahrzehnt, weshalb das erneut Aufeinandertreffen im Halbfinale keine wirkliche Überraschung war. Das Spiel entwickelte sich dann aber zu einem eben jener Klassiker, über die noch in vielen Jahren gesprochen werden wird.
Sowohl FVM-Coach Dagobert Georgie, als auch sein Gegenüber, Ramon Ruiz Delgado, ließen ihre Startaufstellungen im Vergleich zu den vorangegangenen Partien unverändert. Den besseren Start in die Partie fand Fantasio, welches in Person von Forro bereits nach wenigen Minuten erstmals einen Schuss auf das Tor von FVM-Keeper Igel abgab, den dieser allerdings problemlos entschärfen konnte (3.). Beim nächsten Versuch rettete dann Abwehrchef Maikäfer für den bereits geschlagenen Schlussmann, als Marconato erneut Forro in Szene setzte, der jedoch aus acht Metern am auf der Linie stehenden Phoenix-Verteidiger scheiterte, der den Ball mit dem Knie noch über das Tor bugsierte (9.). Meadowhouse konnte in dieser Anfangsphase kaum für Entlastung sorgen und so war die wenige Minuten später folgende Führung für Fantasio die logische Konsequenz: Coppe eroberte den Ball auf der linken Angriffsseite gegen Jatow, spielte in die Mitte zu de Marzo, welcher den Ball direkt auf Marconato weiterleitete. Dieser überwand den herauseilenden Igel dann mit einem sehenswerten Heber aus vollem Lauf ins lange rechte Eck (15.) und sorgte für allgemeinen Freudentaumel auf der Tribüne und der Bank der Südtitanier. Diese Freude war kaum verklungen, als Meadowhouse mit der ersten Chance im Spiel den direkten Ausgleich besorgte. Die fantasianische Hintermannschaft, gedanklich scheinbar noch beim Feiern des Führungstreffers, griff Kreuzotter auf der linken Seite nicht entschieden genug an, sodass dieser auf Höhe des Strafraums einen Ball ins Zentrum spielen konnte. Dort nahm Fasan den Ball im vollen Lauf mit der Innenseite mit, legte den Ball dann an Gegenspieler Veggione vorbei und ließ Fantasios Abwehrchef Gulio mit einem Haken ins Leere rutschen, bevor er den Ball an Lamenosa vorbei links ins lange Eck schoss (17.). Nun war der Jubel auf der anderen Seite groß und insbesondere Fasan, der beim aktuellen Turnier sich eher im Schatten seines Sturmkollegen Stieglitz befunden hatte, ließ sich vor der Fankurve der etwa 12.000 mitgereisten Meadowhouser ausgiebig feiern.
Mit dem direkten Ausgleich entwickelte sich nun ein offener Schlagabtausch zwischen den beiden titanischen Mannschaften. Das Mittelfeld wurde teils binnen Sekunden überbrückt und die Abwehrreihen hatten ihre liebe Mühe, die Angriffe der gegnerischen Mannschaft abzuwehren. Den Anfang machte Meadowhouse, als nach einer Doppelpasskombination zwischen Tepes und Stieglitz Letzterer frei vor Lamenosa auftauchte, der den Versuch des Phoenix-Stürmers aus zehn Metern jedoch reflexartig über die Latte lenkte (23.). Auf der anderen Seite war es ein Distanzschuss von Saviano, der Igel beinahe auf dem falschen Fuß erwischte, da Gabelweihe den Ball noch abfälschte. Igel hechtete jedoch gerade noch in die richtige Ecke und konnte den Ball zum Eckstoß um den linken Pfosten lenken (29.). Bei einem weiteren Versuch wenige Minuten später von Forro, der eine Flanke von de Marzo sehenswert mit einem Seitfallzieher direkt aufs Tor brachte, musste Igel erneut eingreifen, hatte den Ball im Nachfassen dann aber sicher (34.). Meadowhouse‘ nächste Aktion war dann ein Standard: Nach einem Foul von Buenezola an Jatow brachte Tepes den Ball als Flanke in den Strafraum, wo Drachkopf das Spielgerät aus vollem Lauf an den rechten Innenpfosten köpfte (38.). Dieser Versuch sollte Fantasio eine Warnung sein, denn der nächste Versuch der FVM-Elf saß: Nach einer tollen Balleroberung von Fledermaus gegen Saviano im Mittelfeld, legte Ersterer den Ball mit einer schönen Seitenverlagerung auf die rechte Seite hinaus, wo Jatow ihn direkt mitnehmen und an seinem Gegenspieler vorbeilegen konnte. Die anschließende Flanke in den Strafraum schien zu weit, doch am langen linken Pfosten flog Stieglitz heran und vollendete den Angriff mit einem Flugkopfball bei vollem Risiko zur Führung für Meadowhouse (41.). Das Spiel war gedreht und erneut standen die meadowhousischen Fans Kopf. Kurz vor der Pause hätte Stieglitz sogar noch erhöhen können, doch Lamenosa blieb im Eins-gegen-Eins Sieger und wehrte den Ball mit einer Fußabwehr zur Ecke ab (44.). Dann bat der Unparteiische Erik van Hoejlma aus De Litland zur Pause.
Nach der Halbzeitpause trat die Partie dann in ihre ruhigste Phase ein. Meadowhouse präsentierte sich etwas defensiver, ohne jedoch in Passivität zu verfallen, und Fantasio versuchte eine Lücke in der FVM-Defensive zu finden. Erstmals gefährlich wurde es so dann gut zehn Minuten nach Wiederbeginn, als de Marzo einen Steckpass in die Tiefe spielen konnte, den Forro aus spitzem Winkel jedoch nur links ans Außennetz setzen konnte (56.). Kurz darauf war es dann ein Kopfball von Saviano, der nach einer Ecke nur Zentimeter über das Tor von Igel köpfte (59.). Meadowhouse lauerte derweil auf Konter und hatte im Verlauf der zweiten Halbzeit einige Gelegenheiten, das Spiel zu entscheiden. Die erste Möglichkeit ergab sich nach einem Ballverlust von Monier, der inzwischen für Buenezola gekommen war, doch Kreuzotters Zuspiel auf Fasan war ein bisschen zu steil, als dass der Stürmer daraus hätte Kapital schlagen können (64.). Auf der anderen Seite kombinierte sich dann Fantasio mit Forro und Marconato durch die eng gestaffelte Defensive durch, verpassten jedoch den richtigen Moment für den Abschluss, wodurch Igel den Ball schließlich recht problemlos abfangen konnte (69.). Kurz darauf wechselte FVM-Coach Georgie dann auch erstmalig und brachte für den angeschlagenen Fledermaus positionsgetreu Morgenstern auf die Sechserposition ins Spiel (72.). Weitere wenige Minuten später hatte dann Tepes die Vorentscheidung auf dem Fuß: Nach einem Abschlag von Lamenosa direkt in die Beine von Jatow auf der rechten Seite, spielte dieser den Ball direkt ins Zentrum, wo Tepes etwas überhastet aus exzellenter Position abschloss, aber nur das linke Lattenkreuz traf. Gegenspieler und auch Lamenosa wären wohl geschlagen gewesen (77.).
Dieser Versuch schmerzte wenig später umso mehr, denn Fantasio erzielte mit der nächsten Aktion dann doch noch den Ausgleich: Ein weiter Ball von Gulio auf die linke Seite eröffnete die Aktion, wo der inzwischen eingewechselte Pokryta Drachkopf enteilte, an der Grundlinie dann auch Maikäfer aussteigen ließ und den Ball dann in den Rückraum gab, wo Forro sich im richtigen Moment von Gabelweihe gelöst hatte und den Ball dann mit Vollspann unter die Latte schoss (81.). Forro ließ sich ausgiebig feiern und das Spiel erlebte eine erneute Verschiebung des Momentums: Mit dem gerade erzielten Ausgleich drückte nun Fantasio auf den erneuten Führungstreffer noch in der regulären Spielzeit. FVM-Trainer Georgie reagierte auch direkt personell, brachte sowohl Rittershausen für den dem Dauerdruck der fantasianischen Offensive immer weniger gewachsenen Gabelweihe, als auch Routinier Exkolber für den müde gelaufenen Fasan (84.). Doch Fantasio sollte noch Möglichkeiten bekommen: Nach einem ersten, eher harmlosen Versuch von Forro, den Igel festhalten konnte (86.), hatte der ebenfalls eingewechselte Puntera dann die Möglichkeit, Fantasio erneut in Führung zu bringen. Nach einem Diagonalball von Coppe auf Pokryta spielte dieser den Ball direkt ins Zentrum, wo zunächst Forro mit einer Direktabnahme an Igel scheiterte, Maikäfer sich dann in den Nachschuss von de Marzo warf, und schließlich wieder Igel den dritten Abschluss in dieser Situation eben von Puntera mit den Fingerspitzen noch an den rechten Pfosten lenken konnte (89.). Die Akteure von Fantasio schauten sich ob der vergebenen Chancen ungläubig an und auch Coach Delgado raufte sich konsterniert die Haare. Beinahe hätte Meadowhouse Fantasio dann auch direkt bestraft, doch Exkolbers vermeintliches Tor in der Nachspielzeit, welches schon für eine Explosion auf der Bank und in der Fankurve gesorgt hatte, wurde richtigerweise wegen Abseitsstellung nicht gegeben (90.+2.). So ging es nach 90 Minuten plus Nachspielzeit in die Verlängerung.
In der Verlängerung dauerte es etwas, bis beide Mannschaften wieder zu ihrem schwungvollen Offensivspiel zurückfanden. Die erste Aktion gehörte Meadowhouse, doch Stieglitz‘ Abschluss von der Strafraumgrenze wurde von Lamenosa noch bravourös aus dem rechten Winkel gefischt (96.). Und dann war es doch Fantasio, die erneut in Führung gehen sollten: Nach einem Einwurf auf Höhe der Mittellinie spielte Monier einen genau getimten Ball auf den rechten Flügel, wo de Marzo den Ball direkt mitnehmen und an Laube vorbeilegen konnte. Was dann folgte, hat Potential zum Tor des Jahres zu werden: De Marzos Flanke fand im Rückraum Saviano, der den Ball volley und mit vollem Risiko perfekt traf und in den linken Winkel drosch (100.). Während Fantasios Mannschaft und Fans sich erneut in kollektivem Freudentaumel ergangen, rief FVM-Trainer Georgie seine Mannschaft schnell zusammen und schien ihnen weitere Anweisungen zu geben, sodass kurz vor der Pause der Verlängerung ein Abschluss von Tepes, der in den Armen von Lamenosa landete, dennoch signalisierte, dass die FVM-Elf sich nicht aufgeben würde (104.).
In der zweiten Hälfte der Verlängerung spielte Fantasio dann defensiver, als zuvor und überließ Meadowhouse den Ball. Die erste gute Möglichkeit ergab sich, als Morgenstern einen perfekten Ball auf die linke Offensivseite spielte, wo Kreuzotter mit einer Bewegung an seinem Gegenspieler vorbei war und den Ball quer legte, wo Exkolber jedoch ein halber Schritt fehlte, um den Ball am langen Pfosten im Tor unterzubringen (108.). Dennoch blieb Meadowhouse am Drücker: Ein Kopfball nach einer Flankte von Jatow von Stieglitz touchierte noch den Querbalken (110.), ehe die Mannen von Dagobert Georgie tatsächlich noch einmal zurück kamen. Ausgehend von einem Abwurf von Igel auf Drachkopf, der den Ball die Linie hinunter auf Jatow spielte, fiel schließlich der erneute Ausgleich. Jatow zog diesmal nicht die Flanke, sondern zog nach innen und spielte den hinterlaufenden Tepes rechts im Strafraum an. Dieser spielte den Ball mit einem gefühlvollen Heber in Richtung Elfmeterpunkt zurück, wo Exkolber den Ball mit der Brust annahm und dann aus der Drehung gegen die Laufrichtung von Lamenosa rechts unten im Tor verwandelte (114.). Jetzt war es wieder die meadowhousische Seite, die außer Rand und Band war. Die Minuten bis zum Ende der Verlängerung entwickelten sich nun zum echten Nervenkrimi. Zunächst schoss Stieglitz einen Ball aus aussichtsreicher Position Zentimeter links am Tor von Lamenosa vorbei, nachdem er erneut von Tepes gut in Szene gesetzt wurde (117.), dann reagierte Igel auf der Gegenseite glänzend gegen einen verdeckten Schuss von Pokryta von der linken Strafraumecke, den er mit Übergreifen gerade noch über die Latte lenkte (119.). Nach weiteren zwei Minuten Nachspielzeit war dann auch die Verlängerung vorbei und es gab Elfmeterschießen.
Im Elfmeterschießen zeigte zunächst keine der beiden Mannschaften Nerven: Kreuzotter, Tepes und Jatow verwandelten souverän für Meadowhouse, Monier, Puntera und Forro für Fantasio. Der erste Schütze, der etwas Glück hatte, war Exkolber, dessen Elfmeter Lamenosa an den Innenpfosten lenkte, von er jedoch ins Tor ging. Remicolasso traf dann wieder souverän für Fantasio, ebenso Stieglitz als letzter regulärer Schütze für Meadowhouse. Dann war es an Saviano für Fantasio, erneut nachzuziehen. Doch FVM-Keeper Igel entschied sich intuitiv für die richtige Ecke und hielt den eigentlich gut geschossenen Elfmeter überragend, indem er ihn aus dem aus seiner Sicht rechten Winkel fischte. Damit war es dann vorbei: Meadowhouse zog ins Endspiel ein, für Fantasio ist der Traum vom Titel erneut geplatzt, diesmal bereits im Halbfinale.
Nach dem Schlusspfiff rannten alle FVM-Spieler auf Schlussmann Igel zu, für den der gehaltene Elfmeter der vorläufige Höhepunkt seiner Karriere im FVM-Dress ist. Dagobert Georgie sprach nach dem Spiel von einer der „hochklassigsten und nervenaufreibendsten Partien in seiner Zeit als FVM-Trainer“ und Kapitän Tepes lobte die Mannschaft und ihren unbedingten Willen, sich niemals aufgeben zu wollen. Am Ende standen insgesamt 38 Torabschlüsse zu Buche, vier Aluminiumtreffer, 14 Paraden der beiden Torhüter und dazu die sechs Tore. Auch in dieser Hinsicht brach das Halbfinalspiel teils jahrzehntealte Rekorde.
Im Endspiel am kommenden Sonntag in St. Gravenhage geht es Meadowhouse nun gegen Meváns, welches sich am Mittwochabend in 90 Minuten knapp gegen die Überraschungsmannschaft aus Gartenparadies durchsetzen konnte. Mit Meváns erwartet die FVM-Elf sicherlich die härteste Prüfung bei diesem Turnier. Die Südthovezer überzeugen bisher sowohl mit einer bestens aufgelegten Offensive, als auch mit einer sehr kompakten Defensive, die bisher nie mehr als ein Tor pro Spiel kassierte. Für Meadowhouse ist es dabei die Möglichkeit, Historisches zu schaffen: Noch nie konnte ein amtierender Weltmeister seinen Titel bei der folgenden WM verteidigen, während es für Meváns die Chance auf den insgesamt zweiten Titel nach 1754 ist. Damit ist alles angerichtet für ein würdiges und ebenfalls hochklassiges Finale dieser Weltmeisterschaft 1826, das, wenn es ähnlich verläuft wie das beschriebene Halbfinale, sich wohl ebenfalls ins kollektive Gedächtnis einbrennen wird.
